A anke

Ein Ort. Viele Geschichten.

Eine Schranke.
Ein Denkmal.

Seit 1798 steht sie im Melchtal wie ein stiller Wächter der Zeit. Ein bescheidenes Bauwerk – und ein Zeuge von Alpenwirtschaft, Tourismus und Krieg.

Die Geschichte entdecken
Die Schrankenanlage Anke vor der Berglandschaft im Melchtal
Anke — seit 1798Melchtal · Melchsee-Frutt
01 / Die Geschichte

Eine Schranke im Wandel der Zeit.

Sie steht im Melchtal wie ein stiller Wächter der Zeit: Anke, die Schranke von Melchsee-Frutt. Ihre Geschichte erzählt von der Alpenwirtschaft, dem Tourismus, den Kriegsjahren und dem Wandel bis in die Gegenwart.

1798Der Anfang

Getauft auf Anke

Arnold vom Melchtal richtet die Schranke auf und tauft sie auf den Namen seines ersten Schafes – Anke. Sie soll die Schafherden regulieren, die zu den beliebten Auen am Melchsee ziehen.

Schwarz-Weiss-Tuschezeichnung von Arnold mit seinem Schaf Anke vor einer Bergkulisse, auf abgenutztem Papier mit Alterungsspuren
1798 / Ankes ErzählungArnold und sein erstes SchafKünstlerische Darstellung von Arnold mit Anke als Schwarz-Weiss-Tuschezeichnung auf gealtertem Papier.
01
1817Die erste Skizze

Eine erste Spur auf Papier

In Ankes Erzählung gilt diese Zeichnung von 1817 als die erste gefundene Skizze und bildliche Dokumentation der Schranke. Sie zeigt den einfachen Schlagbaum und das kleine Wärterhäuschen aus Holz – 19 Jahre nach der Fertigstellung.

Einfache Bleistiftskizze der Holzschranke mit hölzernem Wärterhäuschen, auf abgenutztem und vergilbtem Papier, als Vorstellung von 1817
1817 / Ankes ErzählungDie erste bildliche DokumentationNeu erstellte Illustration im Stil eines gescannten alten Dokuments.
02
1864Neue Wege

Das Melchtal öffnet sich

Bis 1864 führt nur ein Säumerpfad ins Melchtal. Ein Fahrweg erleichtert nun den Zugang. Später prägen regelmässige Verkehrsverbindungen und der Tourismus das Tal – und den Weg zu Anke.

03
1941–42Kriegsjahre

Ein militärischer Kontrollpunkt

Während des Zweiten Weltkriegs entsteht im Melchtal ein Militärspital, das später als Truppenlager genutzt wird. In Ankes Erzählung erhält die alte Schranke eine neue, ernste Funktion: Sie wird zum militärischen Kontrollpunkt.

04
2013Erneuerung

Grösser – und doch Anke

Die Schranke wird renoviert und zu einer vierspurigen Anlage ausgebaut. So wird das Bauwerk erneuert, das im Melchtal längst mehr ist als reine Infrastruktur.

Renovation der Schrankenanlage 2013 mit Strassenwalze und Leitkegeln auf der Fahrbahn
2013 / RenovationAnke wird erneuertDie Arbeiten an der Strasse und der Schrankenanlage im Jahr 2013.
05

Heute steht Anke noch immer im Melchtal. Sie ist ein Zeuge von Alpenwirtschaft, Tourismus und Krieg – und ein Porträt des historischen Melchtals.

Die Verkehrsgeschichte des Melchtals und der Bau des Militärspitals 1941–1942 sind historisch belegt; die Angaben zu Arnold, Ankes Namensgebung und ihrer eigenen Geschichte gehören zur Erzählung dieser Webseite.

02 / Eine Herzensangelegenheit

Mehr als eine Schranke.
Ein Stück Zuhause.

Für die Menschen im Melchtal ist Anke Erinnerung, Halt und ein vertrauter Teil des Lebens. Ein stiller Fels, auf den man sich verlassen kann – und manchmal sogar ein Grund, morgens mit einem Lächeln loszugehen.

Die grüne Frei-Anzeige der Schranke vor den bewaldeten Berghängen des Melchtals
Alltag im MelchtalEin vertrauter AnblickDie Schranke vor der Bergkulisse – ein vertrauter Teil des Lebens im Melchtal.
Ein Satz, der verbindet

Danke, Schranke Anke.

A

Ein Eindruck fürs Leben

Manche erinnern sich noch als Erwachsene daran, wie mächtig Anke ihnen schon als kleines Kind erschien. Dieser Eindruck konnte sogar helfen, die Motivation für die Schule zu finden.

B

Halt und Sicherheit

Eine Schranke hält inne, setzt eine Grenze und gibt Orientierung. Für manche ist Anke deshalb eine emotionale Stütze und ein verlässlicher Fels im Leben.

C

Offen und grosszügig

Andere sind ihr dankbar, weil sie immer offen ist und kostenlose Parkplätze ermöglicht. Auch solche ganz alltäglichen Dinge gehören zur Zuneigung, die Anke entgegengebracht wird.

03 / Wege ins Melchtal

Vom Säumerpfad zur Strasse.

Wie das Tal erreichbar wurde – und wie verletzlich diese Verbindung sein kann.

Ein Tal wird erschlossen

Bis ins 19. Jahrhundert war das Melchtal nur über einen Säumerpfad erreichbar. 1864 ersetzte ihn ein Fahrweg; zwischen 1930 und 1932 wurde dieser zur Strasse ausgebaut. Seit 1893 gibt es regelmässige Verkehrsverbindungen nach Kerns, seit 1924 eine Postautoverbindung.

August 2005: Die Verbindung bricht ab

Beim schweren Unwetter trat die Melchaa vielerorts über die Ufer. Sie zerstörte Böschungen und Teile der Kantonsstrasse. Das Tal und zahlreiche Touristen auf Melchsee-Frutt waren tagelang von der Aussenwelt abgeschnitten. Erst eine Notstrasse schuf wieder einen Zugang; die Kantonsstrasse wurde im November 2005 wieder für den Verkehr geöffnet.

Quelle: Wikipedia – Melchtal, Abschnitt Verkehr.

Schwarzweisse Ansicht der Schranke mit Wärterhaus, Strasse und Berglandschaft
1933 / Nach dem StrassenausbauAnke am Weg ins TalDas vorhandene Bild von 1933 begleitet die Verkehrsgeschichte. Der Ausbau zur Strasse erfolgte bereits 1930–1932.
04 / Im Überblick

Mehr als zwei Jahrhunderte Geschichte.

Ankes Erzählung und die Verkehrsgeschichte des Melchtals: die wichtigsten Stationen im Überblick.

1798

Arnold errichtet Anke

In Ankes Erzählung richtet Arnold vom Melchtal die Schranke auf und benennt sie nach seinem ersten Schaf. Sie soll die Schafherden auf ihrem Weg zu den Auen am Melchsee regulieren.

1864

Ein Fahrweg ins Tal

Der Säumerpfad wird durch einen Fahrweg ersetzt.

1893

Regelmässig nach Kerns

Regelmässige Verkehrsverbindungen verbinden das Melchtal mit Kerns.

1924

Das Postauto kommt

Die Postautoverbindung beginnt.

1941–42

Ein Militärspital im Tal

Das spätere Truppenlager entsteht als Militärspital. In Ankes Erzählung übernimmt die Schranke eine militärische Kontrollfunktion.

2005

Hochwasser und Wiederaufbau

Im August zerstört die Melchaa Teile der Kantonsstrasse. Eine Notstrasse beendet die Isolation; im November wird die Kantonsstrasse wieder geöffnet.

2013

Renovation und Ausbau

Anke wird renoviert und zu einer vierspurigen Anlage vergrössert.

Heute

Ein stilles Monument

Anke steht noch immer im Melchtal und erinnert an die Geschichte der Alpenwirtschaft, des Tourismus und des Krieges – und an die Menschen, denen sie ans Herz gewachsen ist.

05 / Vor Ort

Geschichte, die man besuchen kann.

Die Schranke von Melchsee-Frutt liegt im Melchtal. Von Kerns führt der Weg durch das Tal zur Stöckalp. Von dort erreicht man Melchsee-Frutt mit der Seilbahn und im Sommer auch über die Bergstrasse.

Anke auf Google Maps Mehr über das Melchtal auf Wikipedia